Glossar
Schloss-Glossar: Fachbegriffe vom Schlüsseldienst Neukölln
Dieses Schloss-Glossar erklärt die Wörter, die rund um Tür, Schloss und Zylinder fallen – vom Profilzylinder über Falle und Riegel bis zur Sicherungskarte. Kurz, ohne Fachchinesisch und nach Themen sortiert – mit Beispielen von Türen, wie man sie in Neukölln findet.
Ausführliche Hilfen zu Miete, Einbruch und Schließanlagen finden Sie im Ratgeber für Mieter und Eigentümer. Fehlt Ihnen ein Begriff, fragen Sie uns einfach unter 0176 4287 6015.
Tür und Schloss
Was im Türblatt und im Rahmen steckt – die Teile, die eine Tür zuhalten.
- Beschlag
Alles, was Sie an der Tür anfassen: Drücker oder Knauf, dazu das Langschild oder die Rosette um Drücker und Schlüsselloch. Ein einfacher Beschlag dient der Bedienung, ein Schutzbeschlag erschwert zusätzlich Angriffe auf den Zylinder. Der Zylinder sollte außen kaum über den Beschlag hinausragen.
- Dornmaß
Ein Maß des Einsteckschlosses: die waagerechte Strecke von der Vorderseite des Stulps – der Metallleiste an der Schmalseite der Tür – bis zum Mittelpunkt des Vierkantlochs, in dem der Drücker steckt. Das Schlüsselloch sitzt darunter im selben Abstand zur Kante. Das Dornmaß entscheidet, ob ein neues Einsteckschloss in die Tür passt. Beim reinen Zylindertausch spielt es keine Rolle; dort zählt die Zylinderlänge.
- Einsteckschloss
Das eigentliche Schloss: ein flacher Stahlkasten in einer Tasche im Türblatt. Darin sitzen Falle, Riegel, die Nuss für den Drücker und die Aufnahme für den Zylinder. Sichtbar ist nur der Stulp an der Türkante. Getauscht wird es seltener als der Zylinder – meist bei Verschleiß oder nach einem Einbruch.
- Falle
Die schräge, federnde Zunge, die beim Zuziehen von selbst ins Schließblech schnappt. Sie hält die Tür zu, schließt sie aber nicht ab. Außen haben Wohnungstüren meist einen festen Knauf statt eines Drückers – deshalb geht eine zugefallene Tür von außen nicht mehr auf. Eine bloß zugefallene Tür lässt sich aber meist öffnen, ohne dass etwas kaputtgeht.
- Kastenschloss
Das Gegenstück zum Einsteckschloss: Sein Gehäuse sitzt sichtbar auf der Innenseite der Tür und ist dort festgeschraubt. In Altbauten, etwa im Reuter- oder Körnerkiez, begegnet es einem vereinzelt noch, oft mit einfachem Buntbartschlüssel. Als Schutz reicht so ein altes Schloss kaum. Moderne Zusatzschlösser in Kastenform sind dagegen eine gängige Nachrüstung.
- Mehrfachverriegelung
Ein Schloss, das die Tür beim Abschließen an mehreren Punkten entlang der Kante festhält: Oben und unten greifen zusätzliche Bolzen oder Haken in den Rahmen. Man findet sie vor allem an Haustüren von Reihen- und Einfamilienhäusern, etwa in Rudow, Buckow oder im Süden von Britz. Abgeschlossen ist sie deutlich aufwendiger zu öffnen als nur zugezogen.
- Riegel
Der gerade, kantige Bolzen, der beim Abschließen aus dem Schloss fährt und tief ins Schließblech greift. Anders als die Falle bewegt er sich nur mit Schlüssel oder Innenknauf. „Abgeschlossen“ heißt also: Der Riegel steht draußen. Deshalb lautet unsere erste Frage am Telefon: zugezogen oder abgeschlossen?
- Schließblech
Das Metallteil im Türrahmen, in das Falle und Riegel greifen. Ein unterschätzter Schwachpunkt: Ist es nur kurz ins Holz geschraubt, reißt es beim Aufhebeln aus, obwohl Schloss und Zylinder heil bleiben. Ein Sicherheitsschließblech ist länger und tiefer verankert. Senkt sich eine alte Tür, trifft der Riegel das Blech nicht mehr – das Schloss klemmt.
Zylinder und Schlüssel
Der Zylinder ist das Teil, das am häufigsten getauscht wird. Mit diesen Begriffen reden Sie mit jedem Fachbetrieb auf Augenhöhe.
- Berliner Schlüssel
Fachlich ein Durchsteckschlüssel: symmetrisch gebaut, die beiden Enden tragen identische Bärte. Er gehörte zu Berliner Haustüren mit Schließzwang und ist heute nur noch vereinzelt in Altbaugebieten zu finden. Wie er funktioniert, erklärt ein eigener Abschnitt weiter unten.
- Buntbartschlüssel
Der einfache Schlüssel mit rundem Schaft und einem Bart mit wenigen Einschnitten, auch Bartschlüssel genannt – bekannt von Zimmertüren und alten Wohnungstüren. Die passenden Schlösser haben nur wenige Sperren und lassen sich leicht überwinden. Als einziger Schutz einer Wohnungstür taugt ein Buntbartschloss nicht.
- Knaufzylinder
Ein Profilzylinder, der innen einen Drehknauf statt eines Schlüssellochs hat. Von innen schließen Sie ohne Schlüssel ab und auf, außen braucht es weiter den Schlüssel. Vorsicht bei Türen mit Glas neben dem Knauf: Wird die Scheibe eingeschlagen, ist der Knauf von außen erreichbar.
- Not- und Gefahrenfunktion
Zylinder mit dieser Funktion – kurz NG oder NGF – lassen sich von außen auf- und zuschließen, selbst wenn von innen ein Schlüssel im Schloss steckt. Ohne sie blockiert der innen steckende Schlüssel den Zylinder – von außen lässt er sich dann auch mit dem passenden Schlüssel nicht aufschließen. Sinnvoll ist das überall, wo jemand allein in der Wohnung sein könnte, der im Notfall nicht selbst öffnen kann. Was hilft, wenn innen ein Schlüssel steckt, erklärt eine eigene Notfallseite.
- Profilzylinder
Auch Schließzylinder, im Alltag oft einfach „Schloss“: der austauschbare Einsatz mit dem Schlüsselloch. Seine äußere Form – der birnenförmige Querschnitt – ist genormt. Deshalb passt ein neuer Zylinder in fast jedes Einsteckschloss für Profilzylinder, wenn die Länge stimmt. Gehalten wird er von einer einzigen Schraube. Nach Verlust, Einbruch oder Verschleiß wird meist nur er getauscht.
- Schließbart
Die drehbare Nase mittig im Profilzylinder. Dreht sich der Schlüssel, nimmt der Schließbart Riegel und Falle im Schloss mit. Steht er schräg, lässt sich der Zylinder nicht herausziehen. Beim Ausbau wird der Schlüssel deshalb leicht gedreht, bis der Bart im Zylinderkörper verschwindet.
- Sicherungskarte
Der Ausweis für Ihre Schlüssel: Zu Zylindern mit geschütztem Profil gehört eine Karte mit Nummer oder Code. Weitere Schlüssel gibt es nur, wenn jemand die Karte zeigt und seine Berechtigung belegt. Bei Schließanlagen verwahrt sie meist der Eigentümer oder dessen Hausverwaltung. Bewahren Sie die Karte nie zusammen mit den Schlüsseln auf.
- Stulpschraube
Die lange Schraube an der schmalen Türkante, genau auf Höhe des Zylinders. Sie sitzt im Stulp, der Metallleiste des Einsteckschlosses, und hält den Profilzylinder fest. Zum Tausch wird sie bei geöffneter Tür gelöst. Sie ist auch der Bezugspunkt, von dem aus die Zylinderlänge gemessen wird.
- Wendeschlüssel
Ein Schlüssel ohne Oben und Unten: Seine Einschnitte oder Mulden sind auf beiden Seiten gleich, deshalb passt er in jeder Richtung ins Schloss. Das hilft im Dunkeln und bei unsicheren Händen. Oft gehört er zu einem Zylinder mit geschütztem Profil – Nachschlüssel gibt es dann nur mit Sicherungskarte.
- Zuhaltung
Die Sperrelemente im Zylinder, meist kleine gefederte Stifte. Nur der passende Schlüssel schiebt alle genau auf die Trennlinie zwischen drehbarem Kern und Gehäuse – erst dann dreht sich der Kern. Sind die Zuhaltungen verschmutzt oder verschlissen, hakt der Schlüssel. Wer dann mit Kraft dreht, riskiert abgebrochene Schlüssel.
- Zylinderlänge
Das Bestellmaß eines Profilzylinders. Es besteht aus zwei Werten, einem für außen und einem für innen, beide gemessen ab der Stulpschraube bis zur Stirnseite des Zylinders. Stimmt die Länge nicht, steht der Zylinder zu weit über oder sitzt zu tief im Beschlag. Ein überstehender Zylinder lässt sich leichter abbrechen.
Selbst nachmessen
Zylinderlänge messen in drei Schritten
Sie brauchen eine geöffnete Tür und einen Zollstock oder ein Lineal mit Millimeterteilung. Ausbauen müssen Sie nichts – gemessen wird am eingebauten Zylinder.
1. Stulpschraube suchen
Schauen Sie bei geöffneter Tür auf die schmale Kante in Höhe des Schlosses. Die Schraube auf Höhe des Schlüssellochs ist die Stulpschraube. Ihr Mittelpunkt ist der Nullpunkt für beide Maße.
2. Außen messen
Legen Sie den Zollstock an die Türkante und messen Sie ab dem Mittelpunkt der Stulpschraube bis dorthin, wo der Zylinder außen aufhört. Notieren Sie den Wert in Millimetern, ohne zu runden.
3. Innen messen und beide Werte notieren
Messen Sie auf der Innenseite genauso. Schreiben Sie beide Werte getrennt auf, zuerst außen, dann innen, und vermerken Sie, ob innen ein Knauf sitzt. Mit diesen Angaben lässt sich am Telefon klären, welcher Zylinder passt.
Öffnen und Notfall
Wörter, die fallen, wenn Sie ausgesperrt sind oder nach einem Einbruch vor Ihrer Tür stehen.
- Aufbohren
Das gezielte Zerstören des Zylinders mit einem Bohrer, bis sich das Schloss betätigen lässt. Ein seriöser Schlüsseldienst bohrt erst, wenn schonende Wege scheitern – etwa bei abgeschlossener Tür mit Sicherheitszylinder. Danach braucht die Tür in jedem Fall einen neuen Zylinder. Rät Ihnen jemand ohne jeden Versuch sofort zum Bohren, fragen Sie nach dem Grund.
- Legitimation
Der Nachweis, dass Sie eine Tür öffnen lassen dürfen – meist der Personalausweis mit Ihrer Adresse, ersatzweise Mietvertrag, Meldebescheinigung, Post an Ihre Anschrift oder die Auskunft von Nachbarn. Ein seriöser Schlüsseldienst fragt danach; liegt der Ausweis drinnen, wird er direkt nach dem Öffnen gezeigt. Die Prüfung schützt auch Sie: Ohne sie könnte sich ein Fremder Zutritt zu Ihrer Wohnung verschaffen.
- Notverschluss
Eine vorläufige Sicherung für eine Tür, die nach einem Einbruch oder einer Gewaltöffnung nicht mehr richtig schließt. Sie sorgt dafür, dass die Wohnung wieder verschlossen ist, bis Schloss, Schließblech oder Rahmen endgültig repariert sind. Wie sie aussieht, hängt vom Schaden ab. Die Rechnung gehört zu den Unterlagen für die Versicherung.
- Zerstörungsfreie Öffnung
Das Öffnen einer Tür, ohne Tür, Schloss oder Zylinder zu beschädigen – etwa indem die Falle mit Spezialwerkzeug zurückgeschoben wird. Ist die Tür bloß zugezogen, klappt das in der Regel. Abgeschlossene Türen, Sicherheitszylinder oder ein innen steckender Schlüssel machen es schwerer. Ehrlich ist deshalb die Formulierung „in der Regel zerstörungsfrei“.
Häufige Verwechslungen
Fünf Begriffspaare, die im Alltag ständig durcheinandergehen – und warum der Unterschied zählt.
Schloss: der Kasten im Türblatt
Das Schloss, genauer das Einsteckschloss, steckt unsichtbar im Türblatt und bewegt Falle und Riegel. Es wird selten getauscht.
Zylinder: der Teil mit dem Schlüsselloch
Was die meisten „Schloss“ nennen, ist der Profilzylinder. Er lässt sich mit einer Schraube lösen und ist bei Verlust oder Verschleiß meist das einzige Teil, das neu muss.
Zugefallen: nur die Falle hält
Beim Zuziehen ist bloß die Falle eingeschnappt, abgeschlossen hat niemand. Meist geht so eine Tür ohne jeden Schaden wieder auf.
Abgeschlossen: der Riegel ist ausgefahren
Jemand hat mit dem Schlüssel zugesperrt. Das Öffnen ist aufwendiger und gelingt manchmal nur mit Aufbohren.
„Einbruchsicher“: ein Wort ohne Deckung
Kein Schloss und keine Tür halten jedem Angriff stand. Wer „einbruchsicher“ verspricht, übertreibt.
„Einbruchhemmend“: der ehrliche Begriff
Gute Sicherungen kosten Täter Zeit und Nerven. Wie viel, beschreiben geprüfte Klassen wie RC 2 oder ES 1.
Generalschlüssel: ein Schlüssel für viele Türen
Im Alltag meint man damit den Haupt- oder Generalhauptschlüssel einer Schließanlage. Er schließt viele oder alle Zylinder der Anlage, nicht nur eine Wohnung.
Zweitschlüssel: die Kopie Ihres Schlüssels
Ein Zweitschlüssel schließt genau dieselben Türen wie Ihr eigener, nicht mehr. Wer ihn „Generalschlüssel“ nennt, sorgt bei der Hausverwaltung für Missverständnisse.
Sicherungskarte: Ihre Berechtigung für Nachschlüssel
Sie beweist, dass Sie neue Schlüssel für einen geschützten Zylinder bestellen dürfen. Verlieren Sie sie nicht.
Garantiekarte: ein Beleg für den Hersteller
Sie regelt, was der Hersteller bei Mängeln zusagt. Für Nachschlüssel nützt sie nichts, so ähnlich beide Kärtchen auch aussehen mögen.
Sicherheit an der Tür
Was eine Tür widerstandsfähiger macht – und woran Sie Qualität erkennen. Die genannten Normen erklären wir zur Orientierung.
- Bandseitensicherung
Eine Sicherung für die Seite, an der die Bänder – die Scharniere – sitzen. Bolzen oder Haken fassen beim Zumachen in passende Gegenstücke am Rahmen und halten die Tür auch dann, wenn jemand dort hebelt oder die Bänder angreift. Nachrüstprodukte zum Aufschrauben werden nach DIN 18104 geprüft.
- Bohrschutz
Harte Stahleinlagen im Zylinder, an denen ein Bohrer abrutscht oder stumpf wird. Ein Zylinder für die Wohnungstür sollte mindestens Bohrschutz haben. Ältere Zylinder tragen dafür oft die Kennung „BS“, „BZ“ steht für Bohr- und Ziehschutz. Bohrschutz verzögert – unüberwindbar macht er nichts.
- Einbruchhemmend
Der richtige Begriff für Türen, Schlösser und Beschläge, die einen Einbruch erschweren und verzögern. Wie stark, beschreiben Widerstandsklassen. Der Gewinn ist Zeit: Je länger ein Täter braucht, desto eher bricht er ab. Nach Angaben der Polizei Berlin endet in der Stadt knapp die Hälfte aller Einbrüche als Versuch. „Einbruchsicher“ dagegen ist keine Tür.
- Kernziehschutz
Schutz dagegen, dass der Kern – der drehbare Teil mit dem Schlüsselkanal – mit einer eingedrehten Schraube aus dem Zylinder gerissen wird. Gehärtete Bauteile im Zylinder oder ein Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung verhindern das. Nach der Zylindernorm erkennt man Ziehschutz an den Klassen C und D.
- Panzerriegel
Auch Querriegelschloss genannt: eine waagerechte Stahlstange innen über die ganze Türbreite, die beim Abschließen links und rechts in Halterungen am Mauerwerk oder Rahmen greift. Er schützt Schloss- und Bandseite in einem und macht Aufhebeln sehr schwer. Je nach Modell wird er nur von innen oder auch von außen bedient.
- RC-Klasse
Widerstandsklasse nach DIN EN 1627, früher „WK“. Sie beschreibt, welchem Werkzeug ein ganzes Bauteil widersteht – Tür, Rahmen, Schloss und Beschlag zusammen: RC 1 N vor allem roher Körperkraft, RC 2 außerdem einfachem Hebelwerkzeug wie Schraubendreher oder Keil, RC 3 sogar einem Kuhfuß. Die Polizei empfiehlt für Wohnungen und Häuser mindestens RC 2. Ein einzelnes neues Teil macht eine alte Tür noch nicht zur RC-2-Tür.
- Schutzbeschlag
Ein massiver Beschlag, der von innen verschraubt ist und den Zylinder schützt. Am besten mit Zylinderabdeckung, die nur den Schlüsselkanal frei lässt – so bietet der Zylinder keine Fläche zum Greifen oder Abbrechen. DIN 18257 teilt Schutzbeschläge in die Klassen ES 0 bis ES 3. Empfohlen ist die Klasse ES 1 oder höher; die Zylinderabdeckung erkennen Sie am Kürzel „ZA“.
- Sicherheitszylinder
Ein Profilzylinder mit nachweisbaren Schutzmerkmalen nach DIN 18252 und DIN EN 1303. Die letzte Stelle des achtstelligen Codes verrät den Angriffswiderstand: „0“ ist für Einbruchschutz ungeeignet, „A“ und „B“ schützen ohne, „C“ und „D“ mit Ziehschutz – B und D jeweils stärker. Achten Sie auf das Prüfzeichen einer unabhängigen Stelle.
- Zusatzschloss
Ein zweites Schloss, das innen auf die Tür geschraubt wird, meist oberhalb des vorhandenen. Es greift mit eigenem Riegel in ein eigenes Schließblech und schafft so einen zweiten Haltepunkt. Geprüfte Modelle erfüllen DIN 18104-1. Wirksam ist es nur, wenn das Schließblech fest im Mauerwerk oder Rahmen verankert ist.
Schließanlage und Verwaltung
Begriffe für Häuser, in denen ein Schlüssel mehr als eine Tür schließt.
- Generalhauptschlüssel
Der oberste Schlüssel einer Generalhauptschlüsselanlage, kurz GHS. Darunter gibt es Gruppenschlüssel – etwa für ein Treppenhaus oder ein Gebäude – und ganz unten die Einzelschlüssel der Wohnungen. Der Generalhauptschlüssel schließt alle Zylinder der Anlage. Geht er verloren, ist im ungünstigsten Fall jeder einzelne Zylinder betroffen.
- Gleichschließung
Mehrere Zylinder, die alle mit demselben Schlüssel schließen – zum Beispiel Haustür, Nebentür und Garage eines Reihenhauses. Eine Rangordnung gibt es nicht: Jeder Schlüssel öffnet jede dieser Türen. Das spart Schlüssel am Bund. Geht einer verloren, betrifft das allerdings alle gleichschließenden Türen.
- Hauptschlüsselanlage
Eine Schließanlage mit zwei Ebenen: Jeder Zylinder hat seine eigenen Schlüssel, und ein Hauptschlüssel schließt zusätzlich alle Zylinder. Anders als bei der Zentralschlossanlage öffnet er auch die einzelnen Räume oder Wohnungen. Sinnvoll ist das, wenn eine Person alle Türen erreichen muss, die Nutzer aber nur ihre eigene.
- Schließanlage
Ein System aus mehreren Zylindern, deren Schlüssel nach Plan unterschiedlich viele Türen öffnen. Im Mehrfamilienhaus ist die Zentralschlossanlage typisch; in größeren Objekten kommen mehrstufige Anlagen hinzu. Wer einen Schlüssel aus einer Anlage verliert, verliert mehr als einen Wohnungsschlüssel – betroffen sind auch die gemeinsamen Türen.
- Schließplan
Die schriftliche Landkarte einer Schließanlage: Sie nennt den Anlagentyp, alle Türen und Räume, ordnet jeder Schlüsselnummer ihre Zylinder zu und hält Zylinderlängen und Schlüsselanzahl fest. Wer die Anlage ausbauen oder nach einem Verlust nur einzelne Zylinder tauschen will, braucht diese Übersicht. Jede Änderung gehört hinein.
- Schlüsselbuch
Ein Verzeichnis, in dem steht, wer welchen Schlüssel einer Anlage bekommen hat – mit Schlüsselnummer, Name, Datum, Unterschrift und Rückgabe. Es ergänzt den Schließplan um die Frage, wo ein Schlüssel gerade ist. Wie man es führt, zeigt der Leitfaden zur Schlüsselverwaltung im Mehrfamilienhaus.
- Zentralschlossanlage
Die typische Anlage im Mehrfamilienhaus: Jede Wohnung hat ihren eigenen Zylinder, und jeder Wohnungsschlüssel passt zusätzlich überall dort, wo alle hindürfen – Haustür, Hoftür, Keller, Müllraum. In eine fremde Wohnung kommt damit niemand. Auch in großen Wohnsiedlungen wie der Gropiusstadt ist sie verbreitet.
Einbruch, Versicherung und Recht
Vier Begriffe, die nach einem Einbruch oder bei einer überhöhten Rechnung wichtig werden. Sie ersetzen keine Rechtsberatung.
- Obliegenheit
Eine Pflicht, die Sie als Versicherte erfüllen müssen, damit die Versicherung leistet. Nach einem Einbruch gehören dazu typischerweise: sofort die Polizei einschalten, den Versicherer unverzüglich informieren, eine Stehlgutliste einreichen, den Schaden klein halten und Belege aufheben. Wer eine Obliegenheit verletzt, riskiert Kürzungen.
- Schlossänderungskosten
Ein Begriff aus der Hausratversicherung: Kosten für das Ändern von Schlössern oder den Tausch von Zylindern, wenn Schlüssel zu Ihrer Wohnung durch einen Versicherungsfall abhandengekommen sind – meist, weil sie beim Einbruch gestohlen wurden. Ob und in welcher Höhe sie gezahlt werden, regelt Ihr Vertrag.
- Stehlgutliste
Die Aufstellung aller Gegenstände, die bei einem Einbruch gestohlen wurden – möglichst mit Marke, Modell, Seriennummer und Foto oder Beleg. Sie geht unverzüglich an Polizei und Versicherer. Die Polizei braucht nur die gestohlenen Dinge; was beschädigt wurde, erfährt allein der Versicherer. Den ganzen Ablauf erklärt der Ratgeber zur Hausratversicherung.
- Zwangslage
Ein Merkmal des Wuchers nach § 291 StGB. Strafbar macht sich, wer eine Notsituation ausnutzt, um sich einen Preis zahlen zu lassen, der zur Leistung in einem auffälligen Missverhältnis steht. Für Schlüsseldienste ist eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom Januar 2020 wichtig: Wer vor der eigenen, verschlossenen Wohnungstür steht, ist danach in aller Regel bereits in einer Zwangslage – weitere Umstände braucht es nicht (Aktenzeichen 1 StR 113/19). Mehr dazu: Wucher beim Schlüsseldienst erkennen.
Berliner Besonderheit
Der Berliner Schlüssel: eine Erfindung für die Haustür
Er sieht aus wie ein Schlüssel mit zwei Köpfen: Der Schaft trägt an beiden Enden einen Bart, und beide Bärte sind gleich. Erfunden hat ihn ein Berliner Schlosser, das Patent stammt von 1912.
Sein Zweck war Ordnung im Mietshaus mit Hinterhöfen. Nachts war die Haustür abgeschlossen. Wer hineinwollte, schloss von außen auf, schob den Schlüssel durch das Schloss nach innen und schloss von dort wieder ab. Erst dann ließ sich der Schlüssel abziehen. So konnte niemand die Haustür offen stehen lassen. Dieses Prinzip heißt Schließzwang.
Mit den Gegensprechanlagen verschwand der Durchsteckschlüssel nach und nach. Heute findet man ihn nur noch vereinzelt in Berliner Altbaugebieten – eher eine Erinnerung als ein Alltagsschlüssel.
Vom Schloss-Glossar zur passenden Hilfe
Sie haben den Begriff gefunden und wissen jetzt, was an Ihrer Tür los ist? Hier geht es weiter.
Tür zu, Schlüssel drinnen
Falle, Riegel, schonende Öffnung: Wenn Sie ausgesperrt sind, hilft in der Regel eine zerstörungsfreie Türöffnung. Ist es dringend oder spät, erreichen Sie unseren Notdienst.
Zylinder, Schlüssel, Maße
Profilzylinder, Zylinderlänge, Sicherungskarte: Wer den Zylinder erneuern möchte, kann den Zylinder wechseln lassen – nach Maß und mit der passenden Zahl an Schlüsseln.
Riegel, Beschlag, Widerstandsklasse
Panzerriegel, Schutzbeschlag, Bohrschutz: alles zum Einbruchschutz an der Tür, vom Zusatzschloss bis zum Sicherheitszylinder.
Aufgebrochen, Notverschluss
Nach einem Einbruch geht es zuerst um die Türreparatur nach Einbruch und einen sicheren Verschluss für die erste Nacht.
Schließplan, Hauptschlüssel, Sicherungskarte
Für Mehrfamilienhäuser und Reihenhauszeilen planen, bauen und erweitern wir Schließanlagen in Neukölln.
Die Preisfrage
Einen Preis nennen wir nicht pauschal, sondern für Ihre Tür. Kosten erfragen können Sie im Telefonat – die Beratung kostet nichts, verpflichtet zu nichts und kommt vor jedem Handgriff.
Sie kennen das Wort nicht, aber sehen das Teil? Beschreiben Sie es uns am Telefon.